Indien, das ist mehr als Tiger, Tee und Turban. Ein Land der Gegensätze. Scheinbar maßlos in seinen Dimensionen zwischen den Ausläufern des Himalaya im Norden und den Stränden des schmalen Wasserstreifens, die den Indiens vom Norden Sri Lankas trennen. Unvorstellbar allein schon die Massen seiner Menschen; 1 Mrd. Einwohner auf 3,3 Mrd. km²; 10 x so groß wie Deutschland. Indien ist das gänzlich andere, das völlig Unerwartete. Das gilt nicht nur für Sitten und Gebräuche, für Religion und Kultur, für Festlichkeiten und Alltagsleben. Indien hat auch seinen eigenen Geruch. Sandelholz-Räucherstäbchen, betörende Blütendüfte von Jasminketten, Gewürz- und Obstdüfte. Indien muss man mit allen Sinnen erleben.

Als siebtgrößter Staat der Erde steht Indien an 10. Stelle der größten Industrienationen, ist aber in der Entwicklungsrangliste der Vereinten Nationen nur an 132. Stelle, also weit unten. Somit zählt Indien nicht nur zu den größten Völkern der Erde, sondern auch zu den Ärmsten. Nur ein kleiner Prozentsatz der Menschen können als reich bezeichnet werden. Die Mehrheit der Menschen gehören der unteren Mittelklasse und der unteren Schicht an. Sie sind sehr arm und leiden am meisten. Speziell die Menschen in der unteren Mittelkasse finden es peinlich und erniedrigend, andere Menschen um Hilfe zu bitten.